Preisträger des Georg-Vogelpohl-Ehrenzeichens 1981

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Prof. Dr.-Ing. habil. Heinz Peeken

Prof. Peeken wurde am 7.11.1925 als Sohn des Kaufmanns Johann Peeken in Schleswig geboren. Nach mittlerer Reife und Maschinenbaupraktikum bei der Deutschen Werke Kiel AG und zweijährigem Wehrdienst bei der Marine nahm er kurz nach Kriegsende das Maschinenbaustudium an der Staatlichen Ingenieurschule Kiel auf. Nach Abschluss des Ingenieurstudiums Anfang 1948 sammelte er erste praktische Berufserfahrungen als Konstrukteur im Motorenbau sowie im Kran- und Baggerbau bei Hamburger Firmen. Anfang 1951 legte er nach einer nebenberuflichen Vorbereitung auf die Reifeprüfung als Externer das Abitur ab und nahm im Anschluss daran das Studium des Maschinenbaus an der Technischen Hochschule Braunschweig mit Fachrichtung Fördertechnik auf, das er 1954 mit „sehr gut“ abschloss. Nach einer weiteren beruflichen Tätigkeit als Konstrukteur und Berechnungsingenieur bei der Kranbaufirma Menk & Hambrock in Hamburg erfolgte die Berufung als Dozent an die Staatliche Ingenieurschule Kiel für die Fächer Mechanik und Maschinenelemente.

Während seiner beruflichen Tätigkeit promovierte Professor Peeken 1959 bei Professor Vogelpohl als externer Doktorand über ein Thema der hydrodynamischen Schmierungstheorie. Seiner weiteren wissenschaftlichen Qualifikation folgte nach Eintritt in die Abteilung für Reibungsforschung des Max-Plank-Instituts für Strömungsforschung in Göttingen im Jahr 1963 die Habilitation 1964 bei Professor Lutz in Braunschweig im Fach Fördertechnik. Dort las er die Vorlesungen Sondergebiete der Kranstatik sowie Konstruktionselemente der Fördertechnik.

Im Jahr 1967 erfolgte dann der Ruf an die RWTH-Aachen als ordentlicher Professor, wo er die Leitung des Lehrstuhls und Instituts für Maschinenelemente und Maschinengestaltung übernahm. Neben Themen der konstruktiven Gestaltung von Maschinenelementen und der Antriebsstrangdynamik bildeten insbesondere tribologische Themen die Schwerpunkte seiner Forschungsaktivitäten am Institut. Sein besonderes Interesse galt hierbei der Methodenentwicklung sowie der rechnergestützten Auslegung von Maschinenkomponenten und hier im Besonderen der Verfahrensentwicklung zur Auslegung von Tribosystemen unter elasto-hydrodynamischen Bedingungen.

Während seiner Zeit als Hochschullehrer an der RWTH wurden ca. 12000 Studenten in den Fächern Maschinenelemente und Tribologie ausgebildet. Seine vielfältigen Forschungsaktivitäten auf den unterschiedlichen Gebieten der Wälz-/Gleitlagerungen, der Wälzgetriebe sowie der drehnachgiebigen Kupplungen werden durch zahlreiche Veröffentlichungen (ca. 180) und Dissertationen (mehr als 100) dokumentiert. Unter seiner Leitung wurde das Institut schnell zu einer der drittmittelstärksten Institutionen der RWTH, welche mit den verschiedenen Fördervereinigungen der DfG, FVA, FVV und BMFT in vielfältigen Forschungsprojekten zusammengearbeitet hat.

Zu seinem Engagement im Bereich der Gemeinschaftsaufgaben zählen Tätigkeiten als Dekan und Prorektor der RWTH, als Vorsitzender der Gesellschaft für Tribologie sowie die Mitgliedschaften in zahlreichen Ausschüssen des VDI sowie des Deutschen Instituts für Normung.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Tribologie wurde Professor Peeken im Jahr 1981 von der GfT mit dem Georg-Vogelpohl-Ehrenzeichen ausgezeichnet und im Jahr 1985 folgte die internationale Ehrung durch das International Tribology Council mit der Verleihung der Goldmedaille, der welthöchsten Auszeichnung für Tribologie.

Nach mehr als 25 Jahren als Hochschullehrer wurde Professor Peeken 1991 emeritiert.

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